MERKBLATT PHARAO-AMEISEN
(monomorium pharaonis)
Diese Ameise ist sehr klein (ca. 1,5-2 mm) und rötlich-gelb
gefärbt. Sie stammt ursprünglich aus dem indischen Subkontinent und wurde um die
Jahrhundertwende 1800/1900 durch den zunehmenden Handel in Mitteleuropa
eingeschleppt. Da um diese Zeit auch die Ausgrabungen der Pharaonengräber in
Ägypten mit Hochdruck vorangetrieben wurden, hat man diese tropische Ameisenart
damit in Verbindung gebracht und ihr diesen Namen gegeben. Sie lebt wie alle
Ameisen in Staaten, nur gibt es bei dieser Art mehrere Königinnen in einer
Kolonie. Das Nest wird in geschützten Höhlen und Mauerspalten angelegt, am
liebsten in der Nähe von Heizungs- bzw. Warmwasserleitungen, da sie wegen ihrer
tropischen Herkunft viel und ständige Wärme brauchen, vorzugsweise 24-30°C. Ist
die Anfangskolonie zu groß, legen einige Königinnen mit ihren Arbeiterinnen
Tochterkolonien an, erhalten aber eine friedliche Verbindung mit der
ursprünglichen Kolonie aufrecht. So kann nach und nach ein ganzes Gebäude
befallen werden. Die Pharaoameise frißt alles Organische, wobei je nach Mangel
in den Nestern oft tageweise nur süße Sachen, oder nur Brot, Nudeln und Kuchen
und dann wieder nur Fleisch, tote Insekten und Aas bevorzugt werden.
Eingeschleppt werden Pharaoameisen meist mit Hydrokulturen oder Dämmstoffen
(Schaumstoffplatten!). Wegen ihres hohen Wärmebedarfes findet man sie meistens
in ganzjährig beheizten Gebäuden (Krankenhäusern, Hotels, Sauna-/Badeanlagen,
Großküchen und Bäckereien). Sie machen eigentlich wenig Schaden an unseren
Vorräten, außer daß manchmal ein Kuchen auf der Anrichte wegen zu starken
Befalles wegzuwerfen wäre. Sie sind eher gefährliche Hygieneschädlinge, da sie
auf ihrer Nahrungssuche auch über Stellen und Gegenstände laufen, die nicht
gereinigt werden können oder zum Wegwerfen bestimmt sind. Dort nehmen sie
Bakterien und Pilze auf und übertragen sie auf Arbeitsplatten, Besteck, Geschirr
und Nahrungsmittel. In Krankenhäusern sind sie aber gefürchtet, da sie als
Überträger pathogener Keime überall zu finden sind, in Harngläsern, auf Wunden,
Verbänden, unter Gipsverbänden ebenso wie in sterilen Einrichtungen, wie
Inkubatoren auf Frühgeburtstationen und in Transfusionen.
BEKÄMPFUNG
Die Bekämpfung der Pharaoameise ist schwierig, da man die Lage der
Nester nur selten feststellen kann, um eine direkte Bekämpfungsmöglichkeit des
gesamten Staates inklusive der Königinnen zu haben. Eine großflächige Besprühung
der Laufwege ist nicht möglich, weil der verbleibende Belag an Giftstoffen auf
den Arbeitsflächen und anderen Einrichtungsgegenständen zu gefährlich wäre. So
bleibt meist nur die Bekämpfungsmöglichkeit mit Fraßködern. Man verwendet in
letzter Zeit fast nur mehr Juvenilhormone in Verbindung mit diversen Lockstoffen
(z.B. Leber) und Chemikalien, die bei den Königinnen zur Sterilität führen.
Diese Juvenilhormone unterbrechen den Lebenszyklus der Ameisenlarven: sie
verpuppen sich, entwickeln sich aber nicht mehr weiter zum vollständigen Insekt.
Ein Vorteil dieses Verfahrens ist die absolute Gift-Freiheit, die Kolonien
werden durch die Sterilität der Königinnen und wegen des verhinderten
Nachwuchses vernichtet und die Umwelt wird nicht durch Sprays etc. belastet.
Einen Nachteil stellen allerdings die relativ hohen Kosten der Präparate und der
große Zeitaufwand dar, da jeder Raum mehrmals besucht werden muß, um den Köder
zu erneuern.
Wenn Sie einen Schädlingsbefall feststellen oder vermuten, so sollten Sie nicht selbst
eine Bekämpfung versuchen, das würde nur viel Zeit und Geld kosten und in 95 von 100 Fällen nicht zu einer gänzlichen Tilgung
führen. Eine ausführliche Beratung von einem konzessionierten Schädlingsbekämpfer ist meist kostenlos und nur der Profi weiß,
wie man Schädlinge rasch und mit wenig, aber wirksamer Chemie bekämpft.
Für einen Kostenvoranschlag verrechnen wir meist nur den tatsächlichen Aufwand an Kilometerleistung und Fahrzeit.
Im Interesse zufriedener Kunden kommen wir mit neutralem PKW, arbeiten unauffällig und versprechen absolute Diskretion.